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Üben unter Höchstleistung im Ausland

13. Oktober 2017

Unter schweren Bedingungen, sich stetig wechselnden Ereignissen und verschiedenen Hindernissen während der Übung übten die unterschiedlich spezialisierten Katastrophenschutzorganisationen aus der Europäischen Union (EU) vom 30. September bis 6. Oktober in Polen den Ernstfall.

 Die Bundesanstalt Technische Hilfswerk (THW) wurde mit den High Capacity Pumping (HCP) Modul Nord angefordert, um in Modulistan die Kräfte in den betroffenen Gebieten zu unterstützen. Am 2. Oktober fanden sich die THW-Helfer mit der angeforderten Technik im Bereitstellungsraum der Geschäftsstelle Frankfurt (Oder) ein, um die Einweisung für den Einsatz zu erhalten und die Technik noch einmal zu überprüfen. Am nächsten Tag ging es dann zur Einsatzstelle nahe Sulęcin.

Laut Einsatzszenario hatten Starkregen und Sturm ganz Modulistan schwer verwüstet. Am meisten betroffen war der östliche Teil des Landes (Lubusland Provinz) an der Grenze zu Germanland. Wegen starker Regenfälle überflutete die Wartha tiefer gelegene Vororte von Zawarcie Zakanale und im südlichen Teil von Gorzów Wielkopolski. Dazu kamen Überschwemmungen in der Region Lubuiewice und es wurden kritische Grenzwerte in Sulęcin überschritten. Modulistan hatte die EU im Rahmen des Gemeinschaftsverfahrens um Hilfe gebeten.

An der ersten Einsatzstelle südlich von Sulęcin transportierten die Hochleistungspumpen des THW (15.000l/min und 5.000l/min) über mehrere Tage das Wasser aus der überschwemmten Stadt in das Umland. Nachdem der Einsatz an diesem Ort beendet war, ging es für die Helfer des THW zur nächsten Einsatzstelle nach Gorzów Wielkopolski zur Unterstützung der BALT FLOOD COMBAT (BFC). Diese Organisation besteht aus hauptamtlichen Feuerwehrleuten und ist mit einem HCP-Modul aus drei Ländern (Estland, Lettland, Litauen) aufgestellt. Hier sollte das Wasser über eine Pumpstrecke von 1,5 Kilometer mit zwischengeschalteter 5.000l-Pumpe in einen anderen Überflutungskanal transportiert werden. Zusammen pumpten beide Organisationen 41.000l/min über mehrere Stunden aus dem Fluss, um laut dem Szenario die sich nährende Scheitelwelle der Flut Raum zu geben.

Insgesamt waren 16 Helfer aus den Landesverbänden Berlin, Brandenburg Sachsen-Anhalt; Bremen, Niedersachsen; Baden-Württemberg; Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein; Nordrhein-Westfalen an dieser Übung der Europäischen Union 2017 beteiligt.

Katastrophen können zur internationalen Unterstützung führen, wenn betroffene Länder an ihre nationalen Kapazitäten gestoßen sind und zur Bewältigung dieser um Hilfe innerhalb der EU ersuchen. Die EU stellt den rechtlichen und operativen Rahmen für den Katastrophenschutz der europäischen Zusammenarbeit, auf dem Gebiet der Katastrophenhilfe innerhalb und außerhalb der EU, für die Mitgliedstaaten. Das HCP-Modul wurde im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der EU vom THW in jedem Landesverband aufgestellt. Zusammengefasst in Regionen sind insgesamt drei HCP-Module permanent der EU einsatzbereit gemeldet und werden aus den acht Landesverbänden im Einsatzfallen mit Personal, Ausstattung und Technik zusammengestellt.

(Text und Bilder: Saskia Grote-Buder)

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