Wenn einem die Luft weg bleibt – Atemschutzgeräteträger-Ausbildung (mit Fotogalerie!)

16. Februar 2013

Die Luft ist giftig, ein Atemzug kann zum Tod führen. Die Sicht ist nicht weit, das Terrain eng gewunden und völlig unbekannt. Ein normaler Mensch geht da nicht rein. Doch um Menschen zu retten, um Sachwerte zu bergen oder Schadstellen zu beseitigen gehen die Helfer vom THW auch da rein – unter Atemschutz.

Einsätze unter schweren Bedingungen sind besondere Herausforderungen für das THW. Einsätze unter Atemschutz stellen besonders hohe Anforderungen an Gesundheit und Ausbildung von Helfern und Führungskraft. Die Basis für einen Einsatz unter sogenanntem „schweren Atemschutz“ bildet die Basisausbildung fürAtemschutzgeräteträger. Sie befähigt die Einsatzkräfte für Arbeiten unter Atemschutz. Das beinhaltet jede Form von Atemschutz, also Partikel- und Gasfilter, sowie auch die umluftunabhängigen Atemschutzgeräte, ähnlich denen der Feuerwehr.

Der Ausbilder Enrico Münzner hat in seiner Ausbildung für Helfer aus ganz Berlin die medizinischen Aspekte von Atmen und Atemkrisen, die Chemie der Atemluft und den Aufbau und die Funktionsweise der Atemschutzgeräte erklärt. Zwischendurch gab es immer wieder Gewöhnungsläufe, die auf die erhöhte körperliche Belastung der Ausbildung hin arbeiten sollen. Joggen, Treppensteigen, Entengang – zuerst in leichter Kleidung, später in MFA, noch später mit Maske, noch später mit geschulterter Trägerplatte und Atemluftflasche.

Nach der theoretischen Ausbildung erfolgte der praktische Teil mit weiteren Gewöhungsübungen, Kommunikationstrainings und Orientierungsübungen. Dazu wurden die Masken mit Nebelfolie abgeklebt, damit der Träger nur noch schemenhaft seine Umgebung wahrnehmen kann.

Der letzte Teil sowie die praktische Prüfung bestanden aus dem Durchkriechen der Atemschutzstrecke und dem Arbeiten unter schwerem Atemschutz. Für die fortgeschrittenen Lehrgangsteilnehmer gab es ein kleines Bonbon: das von der Feuerwehr streng exerzierte ANT (Atemschutznotfalltraining), das Retten verunfallter Atemschutzgeräteträger.

Der Ortsverband kann nun acht neue Atemschutzgeräteträger verzeichnen und wird nun bald das Können dieser in den Aufbaulehrgängen ANT und ABC-Schutz steigern.